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Flora/Fauna

 

Paradies für Insekten, Biologen und Naturfreunde

Verschiedene Aktivitäten in Gönnersdorf drehen sich rund um die Natur. Sie dienen der Erfassung, dem Schutz, dem Erhalt, der Nutzung und der Präsentation der biologischen Vielfalt in diesem Dorf und seiner Umgebung.

Eine Fliege namens "Eudorylas goennersdorfensis"
Unter Leitung des Zoologen Dr. Klaus Cölln begannen 1987 die Untersuchungen zur Fauna von Gönnersdorf - ein Projekt, das der Kölner Grafiker Jochen Jacobi künstlerisch mit seinen Darstellungen von Tieren und Landschaften begleitet.
Bis zum Jahr 2002 wurden hier über 2000 Tierarten aus 15 verschiedenen Gruppen nachgewiesen, hierunter zahlreiche Erstnachweise für Deutschland bzw. für Rheinland-Pfalz. Eine 1995 am Pinnert entdeckte, der Wissenschaft bislang unbekannte Augenfliege trägt sogar den Namen des Dorfes "Eudorylas goennersdorfensis".

Hinsichtlich der Insekten ist Gönnersdorf heute das am besten bearbeitete Dorf Deutschlands.

Besonders intensiv untersucht wurde der aufgelassene Kalksteinbruch Pinnert im Osten von Gönnersdorf, der, obwohl von vielen so empfunden, keine Wunde in der Landschaft ist, sondern einen Lebensraum aus zweiter Hand darstellt mit zahlreichen interessanten Pflanzen und Tieren. So wurden hier schon allein bei Ameisen, Bienen und Wespen 250 Arten nachgewiesen - unter diesen mit der sehr seltenen Kraftbiene Biastes truncatus, ein Erstnachweis für Rheinland-Pfalz. Die ebenfalls seltene Mauerbiene Osmia villosa legt ihre Nester in Felsspalten des Steinbruches an. Dabei kleidet sie ihre Brutzellen mit Blütenblättern des Sonnenröschens oder des Storchschnabels aus.

Eine besondere Note erhält der Steinbruch durch die zahlreichen zusätzlichen Tier- und Pflanzenarten, die aus den ihn großräumig umgebenden Kalkmagerrasen des Pinnert einwandern. Letztere entstanden hier hauptsächlich durch die Beweidung mit Rindern, wobei es Aufgabe der Kinder des Dorfes war, diese nach der Schule zu hüten.

Der Pinnert als Teil des Naturschutzgebietes "Mäuerchenberg, Hierenberg und Pinnert" im Nordosten des Dorfes und das Gebiet um den Möschelberg im Südosten sind von der Landesregierung als FFH-Gebiete nach Brüssel gemeldet worden. Damit grenzt Gönnersdorf unmittelbar an Natur von europäischer Bedeutung.

Die Arbeitsgruppe Faunistik, Biodiversität und Siedlungsökologie der Universität Köln unter der Leitung von Dr. Klaus Cölln erforscht seit 1987 die Fauna des Dorfes. Die wissenschaftlichen Ergebnisse sind in bislang etwa 80 Publikationen dargestellt.
Weitere Details unter: www.uni-koeln.de/math-nat-fak/zoologie/expmorph/sieoek/


Augenfliege
Die Gönnersdorfer Augenfliege "Eudorylas goennersdorfensis" (Zeichnung von Jochen Jacobi)
Die sehr seltene Kraftbiene Biastes truncatus
Die sehr seltene Kraftbiene "Biastes truncatus" (Zeichnung von Jochen Jacobi)

Die sehr seltene Kraftbiene Biastes truncatus
Die Fliege und der Ort (Zeichnung von Jochen Jacobi)

   


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