Die Gönnersdorfer Kapelle
In der Geschichte der zum ehemaligen kölnischen Eifeldekanat
gehörenden Pfarreien ist zu lesen, die Gönnersdorfer Kapelle
werde erstmalig im Jahr 1632 (in der Zeit des Dreißigjährigen
Krieges) erwähnt. Aus Akten des Koblenzer Staatsarchiv geht
hervor, dass Gönnersdorf bereits im 15. Jahrhundert einen Frühmesser
hatte, der von Lissendorf kam. Die alte Glocke, die heute einen
Ehrenplatz unter der Empore einnimmt, trägt die Jahreszahl
1650 und ist dem hl. Cyriakus geweiht. Der Guß erfolgte also
nur wenige Jahre nach dem Ende des Krieges. Am 1.7.1682 wurde der
in Gönnersdorf als Sohn der Eheleute Thomas und Anna Hoet geborene
Hubert Mathiae vom Grafen zu Manderscheid und Blankenheim als Frühmesser
und Lehrer vorgeschlagen; er war dann als Vikar in der Pfarrei Lissendorf
tätig. Die alte Schulchronik von Gönnersdorf berichtet
von einem Güterverzeichnis, das 1692 unter der Herrschaft von
Ernst Salentin, Graf zu Manderscheid und Blankenheim erstellt wurde.
Diesem Verzeichnis habe u.a. eine Zeichnung des Ortes Gönnersdorf
beigelegen, in der die damalige Kapelle mit einem ummauerten Kirchhof
und 18 Häusern dargestellt sei. Obgleich es an den notwendigen
Mitteln mangelte, begannen die Gönnersdorfer im Jahr 1828 mit
dem Bau einer neuen Kapelle, bzw. mit einer erheblichen Erweiterung
des bisherigen Gotteshauses. Der königliche Landrat von Daun
versuchte das Unternehmen zu stoppen, aber die Gönnersdorfer
bauten weiten, so dass die Kapelle am 4. August 1831 eingeweiht
wurde. Zumindest seit dieser Zeit wird die Hl. Luzia als Schutzpatronin
verehrt.
Am 13.Oktober 1941 fielen Bomben auf Gönnersdorf und sämtliche
Fenster der Kapelle zerbrachen. Zu diesem relativ frühen Zeitpunkt
des Zweiten Weltkrieges verfuhr die Reichsregierung noch großzügig:
bald nach dem Bombenangriff erhielt die Kapelle bunte Bleiglasfenster
mit figürlichen Darstellungen. Für die damals noch stärker
bäuerliche Struktur des Ortes ist kennzeichnend, dass unter
anderen zwei Viehpatrone, die hl. Brigitta und der Hl. Wendelinus
auf den Fenstern dargestellt sind.
1953 wurde durch finanzielle und tatkräftige Unterstützung
der Bevölkerung die Kapelle so erweitert, dass sie doppelt
soviele Menschen aufnehmen konnte.
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